Protestantische Engagements im 20. Jahrhundert

Während des Ersten Weltkrieges 1914-1918 vereint die „Heilige Union“ alle protestantischen Familien: Deutschland wurde als schuldig angesehen und der Krieg sollte kurz sein. Aber die Hekatombe liefert ein grausames Dementi, stellt einige Gewissheiten in Frage und führt die Protestanten dazu, sich Fragen zu stellen über die Rolle von Mensch und Gott.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen ist der Protestantismus politisch gespalten. Im Gegensatz dazu verstärkt die Gründung der Reformierten Kirche Frankreichs 1938 die Einheit.

Während des Zweiten Weltkrieges, nach der Niederlage vom Juni 1940 ist die Haltung der Protestanten die der Mehrheit der Franzosen: dem Marschall Pétain vertrauen. Doch der Bruch mit dem Vichy-Regime beginnt schon früh, ausgelöst durch die Judenverfolgung.

Die Protestanten sind zahlreich in den Kreisen des inneren Widerstands, sowie außerhalb Frankreichs mit dem General de Gaulle.

Gegründet zu Beginn des Krieges, um den Vertriebenen zu Hilfe zu kommen, entwickelt die „Cimade“ später ihre Tätigkeit für die Flüchtlinge der ganzen Welt und widmet sich der Verteidigung ihrer Rechte.

Im Jahre 1941 sind die Thesen von Pomeyrol, die von einer kleinen Gruppe französischer Protestanten herausgegeben werden, einer der ersten Akte geistigen Widerstands gegen den Nazismus und der Opposition gegen die Judenverfolgung.

Im Jahre 1942 nach den Razzien des „Vel d’hiv“ ( Winterradsporthalle vélodrome d’hiver) schreibt Pastor Boegner im Namen des Nationalrates der Protestantischen Kirche Frankreichs an alle Pfarrer, um sie aufzufordern, von der Kanzel herab einen Aufruf zugunsten der Juden zu verlesen. In der Folge haben zahlreiche Protestanten den Juden geholfen, einer Verhaftung zu entgehen.

Im Laufe der zweiten Hälfte des 20l.Jahrhunderts zeigt die traditionell progressistische und liberale Haltung der Protestanten eine Tendenz zu Verschleierung je nach den tiefen Veränderungen der Gesellschaft.

Die Besonderheit des Protestantismus ist vor allem geprägt durch seine Stellungnahmen zugunsten der Modernisierung der Gesellschaft.

 

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