Kupferstich von Tortorel und Perrissin
Seit der Thronbesteigung des jungen Franz II. beschließt die reformierte Partei, ihn dem Einfluss der Guise zu entziehen. Die Entführung des Königs wird geplant, doch die Verschwörung wird rasch entdeckt. Der Baron von Castelnau-Châlosse und seine Gefährten werden gefangen genommen und am 15. März gehängt. Am 18. März trifft La Renaudie, der Anführer der Verschwörung, im Wald von Château-Renaud auf Pardailhan, einen Verbündeten der Guise: Es kommt zu einem Kampf, bei dem Pardailhan und La Renaudie getötet werden. Am folgenden Tag greifen die Verschwörer trotz des Verlusts ihrer Anführer die Stadt Amboise an. Der Angriff wird niedergeschlagen und die Verschwörer werden noch am selben Tag wegen Majestätsverbrechen hingerichtet. Der Stich stellt die vier wichtigsten Ereignisse der Verschwörung dar, die sich innerhalb von sieben Tagen abspielten: links vom zentralen Baum die Ermordung Pardailhans, die Kapitulation des Barons von Castelnau-Châlosse und der verzweifelte Angriff der Reformierten; rechts die Verhandlungen zwischen dem Herzog von Nemours und den Verschwörern sowie die Gefangennahme der hugenottischen Truppen.
Die Begegnung zwischen Pardailhan und La Renaudie nimmt im Vordergrund links einen besonderen Platz ein. Trotz einer scheinbaren Einheit umfasst sie mehrere Handlungen: die Begegnung der Hauptpersonen, den Sturz La Renaudies vom Pferd, die Ermordung Pardailhans und anschließend diejenige La Renaudies. Letzterer wird zweimal dargestellt: einmal, als er Pardailhan zu Pferd angreift, und einmal, als er ihn mit einem Schwerthieb tötet. Die Vielzahl dieser Handlungen wird durch die Elemente der Darstellung gegliedert.