Andenken und Kulturgut in der Normandie

Diese Region umfasst die Departements Seine-Maritime (76), Eure (27), Calvados (14), Orne (61) und Manche (50).

Sowohl in der Basse Normandie als auch in der Haute Normandie sind die Überreste der Vergangenheit selten, denn nur wenige evangelische Kirchen haben die Zerstörungen durch die Religionskriege einerseits und die beiden Weltkriege andererseits überstanden.

Mit Ausnahme derer von Lintot (Kanton Bolbec) und Hougerville (Kanton Valmont), die nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes 1685 nicht zerstört worden waren, aber ihre Bestimmung geändert haben: die Kirche von Lintot ist ein Wohnhaus geworden, die von Hougerville ein Landwirtschaftsgebäude, keine evangelische Kirche hat nach 1685 noch bestanden.

Basse-Normandie

Reformierte Kirche in Pontorson, 17. Jahrhundert (Manche) © S.H.P.F.
Bibel aus Stein © Société de l'Histoire du protestantisme en Normandie
Schloss Cerisy-la-Salle (50)

In Caen (Calvados), in der neuen 1958 eingeweihten evangelische Kirche( die die ehemalige Kirche der rue de Géole ersetzt, die in den Bombardierungen 1944 zerstört wurde),kann man eine Bibel aus Stein sehen, die in den Trümmern der ehemaligen Kirche unversehrt gefunden wurde. Auf der linken Seite steht geschrieben:“ das Wort Gottes bleibt ewiglich“, und auf der rechten :“jede Schrift ist von Gott inspiriert“ (1. Timotheus)

Im Departement Manche nahm die Stadt Pontorson, die Hauptstadt des Kantons, an den Religionskriegen teil und wurde den Calvinisten als Sicherheitsort zugeteilt. Ihre evangelische Kirche (auch „die Predigt“ genannt) ist in eine Scheune verwandelt worden.

Pontorson, wie Ducey, sind Kirchen von Lehen, die unter dem Schutz der Familie Montgomery standen. So wie auch die Kirche von Cerisy unter den Schutz der Richiers gestellt wurde. Das Lehen von Cerisy ging im 15. Jahrhundert an die Richiers über.

Eine erste evangelische Kirche in Cerisy ist auf 1561 datiert, aber sie musste 1584 auf Befehl des Königs Heinrich III. schließen.

In Folge des Edikts von Nantes und bis zu seiner Aufhebung war die Kirche von Cerisy sehr lebendig; sie versammelte die Reformierten der Gegend, das heißt etwa 300 Gläubige.

Das Schloss von Ducey wurde 1624 von Gabriel II. von Montgomery erbaut und hat seine evangelische Kirche 1841 verloren.

Haute-Normandie

Tempel von Montivilliers © Francis Paillette
Protestantische Kirche von Bolbec © R. Laurent

In der Haute Normandie, im Departement Seine-Maritime, zwischen Le Havre und Dieppe, gibt es noch drei evangelische Kirchen, die alle in Folge der Wiederherstellung der Religionsfreiheit und der Neuorganisation der reformierten Kirche durch die organischen Artikel 1802 erbaut wurden: Bolbec, Montivilliers und Luneray.

Die evangelische Kirche von Bolbec (Seine-Maritime) ist nach der Revolution erbaut worden. Sie wurde 1797 im Weihnachtsgottesdienst eingeweiht. Aber der Säulengang wurde erst später gebaut: er ist auf 1877 datiert.

Zu dem Konsistorium von Bolbec gehört auch die evangelische Kirche von Montivilliers (Seine-Maritime), die um 1850 erbaut wurde. Aber die Kirche war schon 1555 gegründet worden, die ersten Pastoren waren aus Genf gekommen.

Die heutige evangelische Kirche von Luneray (Seine-Maritime) ist erst im 19. Jahrhundert erbaut worden wie die beiden anderen. Aber es ist klar, dass die reformierte Kirche von Luneray auf die Reformation zurückgeht. Sie war nach der örtlichen Tradition in der ersten nationalen Synode in Paris 1559 vertreten. Eine erste Kirche war zur Zeit der Religionskriege zerstört worden, eine zweite, 1630 erbaut, wurde 1681 dem Erdboden gleichgemacht.

Für weitere Informationen wende man sich an Madame Geneviève Cornevin,

Generalsekretärin der Gesellschaft der Geschichte des Protestantismus in  der Normandie,

4 rue auguste Lechesne     14000 Caen

 

Veröffentlichung: „le Souvenir huguenot“ (herausgegeben seit 1988)

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