Der Erfolg des Unternehmenschefs
Christoph-Philippe Oberkamps, geboren in Wiesenbach (Brandenburg-Anspach) ist der Nachkomme einer Reihe von lutherischen Färbern aus Württemberg. Er erlernt das Handwerk bei seinem Vater, der sich als Hersteller von „Indischen“ (bedruckten Stoffen) in Aarau, in der Schweiz, niedergelassen hat.
Im Jahre 1756, mit achtzehn Jahren, wird der junge Oberkampf unabhängig und tritt als Graveur in die Druckmanufaktur von Samuel Koechlin und Henry Dollfus in Mühlhausen ein. 1758 tritt er als Graveur, dann als Kolorist bei M. Cottin ,in dem Arsenal-Viertel in Paris, ein.
Im Jahre 1760, als Partner von Antoine de Tavannes, bedruckt er seine ersten Stoffe in Jouy-en-Josas. Dieser Standort hat den Vorteil, am Ufer der Bièvre zu liegen, in einer ländlichen Talmulde, wo Grundstücke verfügbar sind; er liegt auch in der Nähe von Versailles.
In seinen Anfängen kann Oberkampf auf die Hilfe seines Vaters zählen: das Druckverfahren für Blau, das von seinem Vater erfunden wurde, die Zusendung von qualifizierten Arbeitern und der Ankauf von besonders breiten Stoffen und Färbemitteln, die in Frankreich schwer zu finden sind.
Oberkampf erwirbt Grundstücke und beginnt mit dem Bau neuer Gebäude in den Jahren 1764,1765,1791,1805, um der Nachfrage nach bedruckten Stoffen zu folgen.
Die Produktion der Manufaktur kennt einen großen Erfolg in Frankreich und im Ausland. Der Hof schätzt die Qualität der Jouy-Stoffe und die Schönheit ihrer Zeichnungen.
Um Jahre 1770 erreicht Oberkampf seine Einbürgerung. 1783 gewährt König Ludwig KVI. dem Unternehmen die Privilegien eine königlichen Manufaktur, danach, 1787, verleiht er Oberkampf den Adelsbrief.
Der Erfolg des Unternehmenschefs
Christoph-Philippe Oberkamps, geboren in Wiesenbach (Brandenburg-Anspach) ist der Nachkomme einer Reihe von lutherischen Färbern aus Württemberg. Er erlernt das Handwerk bei seinem Vater, der sich als Hersteller von „Indischen“ (bedruckten Stoffen) in Aarau, in der Schweiz, niedergelassen hat.
Im Jahre 1756, mit achtzehn Jahren, wird der junge Oberkampf unabhängig und tritt als Graveur in die Druckmanufaktur von Samuel Koechlin und Henry Dollfus in Mühlhausen ein. 1758 tritt er als Graveur, dann als Kolorist bei M. Cottin ,in dem Arsenal-Viertel in Paris, ein.
Im Jahre 1760, als Partner von Antoine de Tavannes, bedruckt er seine ersten Stoffe in Jouy-en-Josas. Dieser Standort hat den Vorteil, am Ufer der Bièvre zu liegen, in einer ländlichen Talmulde, wo Grundstücke verfügbar sind; er liegt auch in der Nähe von Versailles.
In seinen Anfängen kann Oberkampf auf die Hilfe seines Vaters zählen: das Druckverfahren für Blau, das von seinem Vater erfunden wurde, die Zusendung von qualifizierten Arbeitern und der Ankauf von besonders breiten Stoffen und Färbemitteln, die in Frankreich schwer zu finden sind.
Oberkampf erwirbt Grundstücke und beginnt mit dem Bau neuer Gebäude in den Jahren 1764,1765,1791,1805, um der Nachfrage nach bedruckten Stoffen zu folgen.
Die Produktion der Manufaktur kennt einen großen Erfolg in Frankreich und im Ausland. Der Hof schätzt die Qualität der Jouy-Stoffe und die Schönheit ihrer Zeichnungen.
Um Jahre 1770 erreicht Oberkampf seine Einbürgerung. 1783 gewährt König Ludwig KVI. dem Unternehmen die Privilegien eine königlichen Manufaktur, danach, 1787, verleiht er Oberkampf den Adelsbrief.
Die Revolution, das Konsulat und das Empire
Während der Revolution erhält Oberkampf seine Manufaktur am Leben dank seiner großen Geschicklichkeit und dem Zusammenhalt seiner ganzen Familie – zum Preis eines gewissen politischen Opportunismus.
Er unterschreibt Staatsanleihen, lässt sich 1790 zum Bürgermeister von Jouy wählen, und 1791 wieder wählen. Die 1791 gegründete Nationalgarde von Jouy wird von seinem Neffen Samuel Widmer angeführt, während die Ende 1793 gegründete Populäre Gesellschaft von Jouy Samuel Widmer und James Petineau als Präsidenten und Sekretär hat; sie sind der Neffe und der Schwager von Oberkampf.
1794 wird die Manufaktur von dem Ausschuss für öffentliche Sicherheit als nützlich für die Republik erklärt und erhält den Besuch von Georges Couthon, einem seiner Mitglieder.
Doch 1794 erhebt ein Graveur der Manufaktur, genannt Voet, gegen Oberkampf eine Anklage wegen „Moderationismus“ und Royalismus und zeigt ihn bei dem Nationalen Sicherheitskomitee an. Glücklicherweise wird der Klage nicht stattgegeben. In der Folge akzeptiert Oberkampf, Voet weiterhin in der Manufaktur arbeiten zu lassen.
Unter dem Konsulat werden die Geschäfte wieder aufgenommen. 1803 beschäftigt die Manufaktur über 1300 Personen. Die Manufaktur von Jouy ist das dritte industrielle Unternehmen Frankreichs nach den Minen von Anzin und der Spiegelmanufaktur von Saint-Gobain geworden.
1806 kommt Napoleon selbst mit Kaiserin Josephine nach Jouy und dekoriert Oberkampf mit der Ehrenlegion. 1810 kommt Napoleon wieder mit Kaiserin Marie-Louise.
Um der Schwierigkeit der Stoffbeschaffung zu begegnen, kauft Oberkampf den Landsitz Chantemerle in Essonnes, wo er eine Spinnerei und eine Weberei bauen lässt, die 1810 ihre Arbeit aufnehmen.-
Die Gegend um Jouy wird 1814 von den Kosaken und 1815 von Preußen besetzt. Die Manufakturen müssen ihre Produktion einstellen.
Zu dieser Zeit, im Oktober 1815, stirbt Oberkampf nach fünfundfünfzig Jahren industrieller Aktivität. Er hatte es geschafft, obwohl er Ausländer ohne Französischkenntnisse und mittellos in Frankreich als Protestant vor dem Toleranzedikt 1787 angekommen war.
Er ist der Begründer einer Industrie, die 134 Jahre andauert.
Die Weiterführung der industriellen Aktivität nach Oberkampfs Tod
Die Aufteilung der Erbfolge von Oberkampf erfolgt erst Ende 1820. Die Manufaktur von Jouy wird von Emile, dem Sohn von Oberkampf, übernommen. Er nimmt 1821 Samuel Widmer als Geschäftspartner, aber Samuel verstirbt in demselben Jahr. Emile wählt dann Jacques Juste Barbet, genannt „von Jouy“ als Geschäftspartner. Im Jahre 1822 ????? wird Barbet der einzige Besitzer, denn Emile Oberkampf muss sich aus Gesundheitsgründen zurückziehen. Die Stunde des Niedergangs schlägt schnell. Die Industrie verdrängt nach und nach das Handwerk; man stellt bedruckte Stoffe billiger her, Geschmack und Mode verändern sich.
Heute besteht nur noch ein Teil des Hauses von Oberkampf, welcher das Rathaus von Jouy-en-Josas beherbergt, und die ehemalige Kalander-Mühle, die Anfang des 20. Jahrhunderts aufgestockt wurde.
Die Spinnerei von Essonne hat länger überdauert: sie wird von Louis Feray, dem Schwiegersohn von Oberkampf, übernommen, danach fünfzig Jahre lang von Ernest Feray, dem Sohn von Louis und Enkel von Oberkampf, geführt. Dieser entwickelt ein Atelier für mechanische Produktion (Turbinen, hydraulische Pumpen, Material für die Müllerei und Papierwaren). Das Unternehmen bleibt bis Ende 1894, drei Jahre nach dem Tod von Ernest Feray, in Familienbesitz.