Die Zweige des Christentums

In Palästina innerhalb des Judentums entstanden, behauptet sich das Christentum nach und nach im Römischen Reich und verbreitet sich dann in der ganzen Welt. Seine Entwicklung wird von einer großen Verschiedenartigkeit in Lehre und Ritus begleitet: wenn die Kontroversen zu hart werden, führen sie zu Schismen. So stellt sich das Christentum als eine Religion mit vielen verschiedenen Zweigen dar.

 

Anfänge des Christentums

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Die ersten christlichen Gemeinschaften entstehen in Palästina nach dem Tod Jesu Christi, bestehend aus Juden, die in ihm den Messias erkennen. Das Christentum verbreitet sich nach und nach im Römischen Reich, dann darüber hinaus.

Gegründet auf die durch die Evangelien überlieferte Botschaft eines Mannes, auf Riten (Taufe – Messe – Kommunion) und auf Glaubensinhalte durchlebt das Christentum seit seinen Anfängen Krisen in der Lehre, die es tief spalten.

 

Die Spaltungen des Christentums

Die Glaubensinhalte des Christentums sind Gegenstand von Debatten in Bezug auf die Lehre: die Abhaltung von ökumenischen Konzilen hat zum Ziel, diese Streitigkeiten zu beenden, indem die Dogmen genauer definiert und Irrlehren verdammt werden.

Und selbst wenn sie dieselben Glaubensinhalte teilen, machen sich die Christen verschiedene Praktiken zu eigen gemäß ihrer Sprachen, Länder und Traditionen.

Diese Spaltungen sind der Ursprung der drei großen Zweige des Christentums: Orthodoxe, Katholiken und Protestanten. Im Jahre 1054 trennt das Morgenländische Schisma die Orthodoxen und die Katholiken, im Jahre 1517 bringt die Reformation den Protestantismus hervor.

Aber in Wirklichkeit sind die Spaltungen noch zahlreicher, wie das Schaubild der christlichen Konfessionen zeigt. Wenn einige Kirchen sich trennen, so nähern sich andere im Laufe der Zeit einander an: die katholischen Ostkirchen (oft „uniatisch“ genannt) sind zu verschiedenen Zeitpunkten der katholischen Kirche beigetreten; die Waldenser und Hussiten haben sich zu Beginn des 16. Jahrhunderts der protestantischen Reformation angeschlossen …

Diese Verschiedenartigkeit des Christentums, die heute weiterhin besteht, ist im Mittleren Osten besonders sichtbar, wo sich zahlreiche Sitze der Patriarchate konzentrieren, deren Gläubige häufig aus ihrem Herkunftsland geflohen sind und sich heutzutage über die ganze Welt verstreut haben.

Die Weiterentwicklungen der christlichen Konfessionen © Musée Virtuel du Protestantisme

Legende
A : Christen nestorianischer Herkunft                          A’ : Katholiken nestorianischer Herkunft
B : Christen monophysitischer Herkunft                     B’ : Katholiken monophysitischen Ursprungs
C : Katholiken orthodoxer Herkunft                             D : Katholiken vor dem Ostschisma
E : Christen malabarischer katholischer Herkunft   F : Katholiken malankarischer Herkunft
G : Katholiken des lateinischen Patriarchats von Jerusalem

Bibliographie

  • Bücher

    Dazugehörige Vermerke

    • Petrus Waldes (1140-1217) und die Waldenser

      Petrus Waldes begründet die Bewegung der Waldenser, die sich im Süden Europas verbreitet.
    • Jan Hus (1369-1415) und die Hussitenkriege (1419-1436)

      Jan Hus, ein tschechischer Priester, predigt ein Jahrhundert vor Luther die Reform der Kirche und stirbt dafür auf dem Scheiterhaufen. Sein Tod löst in Böhmen eine religiöse, politische und soziale...
    • Die Orthodoxen

      Das Morgenländische Schisma trennt im Jahre 1054 die Kirchen des Ostens und des Westens voneinander. Die Orthodoxen stellen den Hauptzweig der Christen östlicher Herkunft dar. Ihre Organisation hat sich im...
    • Die Katholiken

      Die Katholiken stellen den zahlenmäßig stärksten Zweig des Christentums dar. Sie gehören der Römischen Kirche oder den mit Rom vereinten Ostkirchen an.
    • Die Protestanten

      Von Luther im Jahre 1517 initiiert, hat die Reformation verschiedenartige Strömungen hervorgebracht, die gleichwohl auf gemeinsamen Prinzipien beruhen. Unter dem Einfluss der Erweckungsbewegungen haben sich im Laufe der Jahrhunderte neue...

    Dazugehörige Rundgänge