Das Massaker von Nîmes, Michelade (30. September 1567)

Kupferstich von Tortorel und Perrissin

Massaker an den Katholiken in Nîmes am Michaelistag (1567) © S.H.P.F.

Dieses von den Protestanten verübte Massaker, das als Gegenstück zum Massaker von Wassy gilt, wurde beschlossen, um den Katholiken das Konsulat der Stadt Nîmes zu entziehen, da der erste Konsul, Guy Rochette, nicht gewählt, sondern vom König ernannt worden war. Die Calvinisten, vertreten durch den Rat der Herren, der seiner konsularischen Ämter beraubt worden war, wollen die Macht zurückerlangen und sich der Stadt bemächtigen. Zunächst organisieren sie die Entführung der zivilen, religiösen und militärischen Würdenträger, um sie in den Kreuzgang des Bischofssitzes von Nîmes zu bringen, wo sie sie töten.

Die Opfer werden einzeln von einem Glaubensbruder (oben rechts auf dem Stich dargestellt) aufgerufen und betreten den abgeschlossenen Ort, wo sie, nachdem ihnen mit Dolch- oder Schwertstößen die Kehle durchgeschnitten wurde, in den Brunnen geworfen werden. Zu den ersten Aufgerufenen gehören Guy und Grégoire Rochette, der Anwalt François de Gras sowie Pater Jean Quatreba, Prior der Augustiner. Wie beim Massaker von Wassy werden die Opfer in einem geschlossenen Raum in die Falle gelockt, was die Ungleichheit eines von vornherein verlorenen Kampfes verstärkt.

Die Massaker setzten sich in Nîmes und außerhalb der Stadt fort. Die Geschichtsschreibung stellt fest: „Die Wut der Glaubensanhänger richtete sich während dieses gesamten Gemetzels nicht gegen die katholischen Frauen. Sie blieben alle in der Stadt, ohne dass ihnen irgendein Leid zugefügt wurde.“ Die Bildlegende spricht jedoch von dreißig bis vierzig Opfern, während es nach denselben Quellen offenbar wesentlich mehr gewesen sein sollen.

Vorankommen in der Ausstellung