Das Attentat auf den Herzog von Guise (18. Februar 1563)

Kupferstich von Tortorel und Perrissin

© S.H.P.F.

Als logische Fortsetzung des vorhergehenden Stichs berichtet die Gravur, was sich am Tag vor dem Angriff auf die Stadt Orléans, am 18. Februar 1563, ereignete: Franz von Guise wird von einem calvinistischen Edelmann, Poltrot de Méré, tödlich verwundet. Das Attentat geschieht, als der Herzog in Begleitung eines seiner Edelleute, Tristan de Rostaing, zu seiner Unterkunft im Schloss Cernay am linken Ufer des Loiret zurückkehrt. Trotz seiner tödlichen Verletzungen gelingt es ihm, zu seiner Unterkunft zurückzukehren, wo er am 24. Februar stirbt.

Die Komposition des Stichs verwendet dieselben bildnerischen Mittel wie die Amboise-Verschwörung, um die Erzählung zu strukturieren: Vier aufeinanderfolgende Bildebenen bilden jeweils den Schauplatz einer bestimmten Handlung. Das Attentat wird von rechts nach links wie ein Fries entwickelt: Poltrot de Méré schießt auf den Herzog, der sich in Richtung des Schlosses Cernay (Les Valins) bewegt, wo seine Gemahlin auf ihn wartet. Die Lage der Unterkunft des Herzogs auf der anderen Seite des Loiret wird dabei beibehalten. Im zweiten Bildgrund flieht Poltrot de Méré und kniet anschließend nieder, um zu beten. Der Grund für den Angriff wird in der oberen rechten Ecke in Erinnerung gerufen: das belagerte Orléans.

Eine Diagonale, die durch das sich aufbäumende Pferd Poltrot de Méres dargestellt wird, durch den abfallenden Weg fortgeführt und durch den fliehenden Poltrot abgeschlossen wird, verleiht dem Geschehen eine chronologische Kohärenz, in dem derselbe Mann dreimal erscheint.

Der Schöpfer der Komposition hat der Natur und den Details der Kleidung eine äußerst sorgfältige Aufmerksamkeit gewidmet, was dem Werk einen ganz besonderen Reiz verleiht.

Vorankommen in der Ausstellung