Die Politik der Bekehrung (1660-1685)

Während das Edikt von Nantes unnachsichtig angewandt wird, verwendet die katholische Kirche friedliche Mittel, um die Protestanten zu bekehren. Finanzierungsmittel werden bereitgestellt.

Die theologischen Argumente

  • Bossuet (die Kathedrale von Meaux) © O. d'Haussonville

Ihnen die Bekehrung schmackhaft zu machen ist Angelegenheit des Klerus. Bossuet, der Bischof von Meaux, steht im Zentrum der anti-reformierten Propaganda von 1670 bis 1680.

Seine zwei Hauptargumente sind :

  • Der theologische Widerstand der Reformation lässt sich auf ehemalige Missstände und dogmatische Missverständnisse zurückführen.
  • Die Kirchen der Reformation weisen Unterschiede auf, während die katholische Kirche keine Abweichungen hat.

Die von berühmten Theologen geschickt vorgebrachten Argumente zeigen Wirkung. 1668 gelingt es Bossuet, den Marschall Turenne dazu zu bringen, sich zum Katholizismus zu bekehren.

Es bekehren sich auch reformierte Pastoren.

Die finanziellen Argumente

  • Paul Pellisson, Königlicher Sekretär (für Gesuche) und Mitglied der Académie française © S.H.P.F.

Die Gesellschaften zur Verbreitung des Glaubens und ihre Häuser für Neukonvertierte werden von 1660 an immer zahlreicher. Zwischen 1659 und 1685 schwören in Lyon 568 von 1600 Protestanten ihren Glauben ab : es handelt sich um Waisen, Witwen, Kinder aus konfessionell gemischten Ehen sowie Fremde.

Die Neukonvertierten kommen in den Genuss sozialer Hilfe und pädagogischer Unterstützung. Die Geldmittel werden den Häusern der Neukonvertierten von den Mitgliedern der Gesellschaften zur Verbreitung des Glaubens und den Versammlungen des Klerus zur Verfügung gestellt.

Ab 1677 kommen zusätzliche Geldmittel aus neuen kirchlichen Einkünften und fließen in die Bekehrungskasse. Diese vertraut der König von 1676-1693 Paul Pellisson an, einem Neukonvertierten. Die Kasse unterstützt dann auch die Missionen in protestantischen Gegenden, die die Bischöfe nach der Lockerung in der Mitte des Jahrhunderts wieder gut in den Griff bekommen haben. Insgesamt gesehen führt die Politik der Bekehrung jedoch nicht zu einem glänzenden Erfolg.

Bibliographie

  • Bücher
    • CARBONNIER-BURKARD Marianne et CABANEL Patrick, Une histoire des protestants en France, Desclée de Brouwer, Paris, 1998

Dazugehörige Vermerke

  • Turenne (1611-1675)

    Turenne, der herausragende Feldherr, vollzog einen aufsehenserregenden Übertritt zum Katholizismus.
  • Die Dragonaden (1681-1685)

    Mit Dragonaden bezeichnet man die gewaltsame Einquartierung von Dragonern, Soldaten des Königs, bei den Hugenotten. Die letzteren werden ausgeraubt und misshandelt, bis sie abschwören.
  • Der Widerstand der Protestanten

    Die Protestanten sind in ihrer Treue gegenüber dem König gefangen. Daher haben sie den ihnen gegenüber ergriffenen restriktiven Maßnahmen wenig Widerstand geleistet.
  • Der juristische Kleinkrieg (1661-1685)

    Unter dem Druck des Klerus beschließt Ludwig XIV., das Edikt von Nantes in einem immer einschränkenderen Sinn anzuwenden, um die Protestanten zum Glaubenswechsel zu veranlassen. Daher spricht man von einer...
  • Eine scheinbare Beruhigung (1630-1660)

    Nach dem Frieden von Alès (1629) versucht Richelieu, die Protestanten wieder in die katholische Kirche einzugliedern. Unter Mazarin bringen ihnen die Notwendigkeiten der Außenpolitik und ihre Loyalität während des Aufstands...
  • Die protestantischen Sicherheitsplätze

    Als befestigte Orte, die einem Gouverneur unterstanden, hatten die Sicherheitsplätze, die den Reformierten gewährt wurden, ein religiöses und auch politisches Ziel.

Dazugehörige Rundgänge

  • Das Notfalledit (1661-1685)

    Tandis que le clergé catholique lance des missions de conversion des protestants, Louis XIV met en œuvre une politique visant à réduire puis à faire disparaître le protestantisme du royaume....