Nîmes und Umgebung

Nîmes, eine protestantische Stadt

Nîmes 1567 © S.H.P.F.

„ Diese Stadt, die einige Leute gern „ das französische Rom“ nennen wegen der Schönheit seiner antiken Monumente, ist ebenso wie Genf ein protestantisches Rom, eine Hauptstadt des hugenottischen Geistes“ (Zitat von C. Chamson, la France Protestante, S. 339)

Schon 1533 wurde ein Augustiner-Mönch angeklagt, dort das Evangelium zu predigen.

1561 organisiert Pastor Mauget das Konsistorium von Nîmes und schon 1562 wird der katholische Gottesdienst dort verboten.

1566 wird die Kirche La Calade gebaut, die 5000 Gläubige fassen kann.

Von der „Michelade“ zum Kamisardenkrieg

Massaker an den Katholiken in Nîmes am Michaelistag (1567) © S.H.P.F.

1567 werden Katholiken getötet am Tag des Heiligen Michael.

Nîmes entkommt der Bartholomäusnacht dank seine Suche nach einem „Weg der Einigung“.

Als Stützpunkt des hugenottischen militärischen Widerstandes, dann als politisches Zentrum des  Zusammentreffens der Reformierten wird Nîmes zum Wohnsitz des Herzogs von Rohan.

1610 wird die Kirche Saint-Marc gebaut (1000 Plätze) in der Grand-Rue. Sie wird 1664 abgerissen werden.

Nachdem er Terror verbreitet hat, zieht der Gouverneur des Languedoc Noailles und der Intendant Basville am 3. Oktober 1685 in Nîmes ein. Sie erreichen, dass die Protestanten massiv abschwören, auch Pastoren, in der Kathedrale.

Fulcran Rey trotzt den Obrigkeiten, indem er religiöse Versammlungen in der Stadt organisiert, und die Bewohner von Nîmes feiern ihren Gottesdienst in der „Mühle von Agen“ (heute  rue Colbert 1). Der Marschall Montreval tötet die Teilnehmer und brennt die Mühle am Palmsonntag, den 1.April 1705 nieder.

Im Garten der  Récollets findet am 16. Mai 1704 eine Begegnung zwischen Jean Cavalier und Marschall Villars statt.

Nach dem Kamisardenkrieg

Die Rennbahn von Lecques 1924

Nach dem Ende des Kamisardenkrieges finden weiterhin Versammlungen der Gläubigen in der Umgebung von Nîmes statt, wie im Steinbruch von Lécques.

In Baume des fées werden die Teilnehmer im Januar 1720 überrascht, zwei Frauen werden in dem Tour de Constance eingesperrt, vier Männer zu den Galeeren verurteilt und 19 deportiert.

Von 1741 an wird die protestantische Gemeinde in Nîmes von der Familie Rabaud geprägt.

Am Ende des 18. Jahrhunderts, eine Kirche für die Protestanten

Die Empore der großen Kirche (30) © O. d'Haussonville

Im Jahre 1791 wird die Dominikanerkirche den Protestanten von Nîmes übergeben und wird die große evangelische Kirche. Auf dem Giebel kann man die Inschrift lesen:“ Ein dem religiösen Kultus von einer besonderen Gesellschaft gewidmetes Gebäude, Frieden und Freiheit.“.

1803 wird die kleine evangelische Kirche in der ehemaligen Ursulinenkirche eingerichtet (rue du Grand Couvent)

Der protestantische Friedhof (Straße nach Alès)

Sakristei der « Wüste; » (34) © J.P. Negre

Auf dem protestantischen Friedhof auf der Straße nach Alès ist unter dem Namen „Sakristei der Wüste“ ein ehemaliges Gebäude aus der Zeit der „Wüste“ erhalten geblieben.

 

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Bibliographie

  • Bücher
    • DUBIEF Henri et POUJOL Jacques, La France protestante, Histoire et Lieux de mémoire, Max Chaleil éditeur, Montpellier, 1992, rééd. 2006, p. 450
    • LAURENT René, Promenade à travers les temples de France, Les Presses du Languedoc, Millau, 1996, p. 520
    • REYMOND Bernard, L’architecture religieuse des protestants, Labor et Fides, Genève, 1996

Dazugehörige Vermerke