Kupferstich von Tortorel und Perrissin
Während der vorherige Stich den Angriff von Maligny und Chandieu auf ein Stadttor von Amboise kaum hervorhebt, unterstreicht dieser bewusst die Rolle des königlichen Gefolges bei der Durchführung der Repression sowie vor allem den Mut und die Würde der Opfer. Die Anwesenheit einer zahlreichen Zuschauermenge an den Burgmauern und zu deren Füßen sowie auf der Stadtseite ist eindeutig organisiert: Diese Zeugen zeigen jedoch zurückhaltende Gesten, die darauf hindeuten, dass sie die Hinrichtungen kommentieren, ohne dabei Freude oder Trauer zu zeigen. Die gefesselten Hände der Opfer lassen eine Gebetsgeste vermuten und stellen eine Verbindung zu den traditionellen Darstellungen der ersten Märtyrer des christlichen Glaubens her, ebenso wie zu den Darstellungen der Massaker und Verfolgungen während der Bürgerkriege am Ende der römischen Republik, insbesondere der abgeschlagenen Köpfe. Die Darstellung des Schlosses von Amboise ist erheblich vereinfacht, vor allem um die Inszenierung der Hinrichtungen durch Erhängen von den Zinnen über dem Tor zu erleichtern. Die auf der Terrasse des Schlosses dargestellten Mitglieder des Hofes sind nicht identifiziert, vielleicht weil sich dort sowohl der Herzog von Guise und seine Anhänger als auch der Prinz von Condé und die Brüder Châtillon befanden.
Die Episode der Enthauptung von Villemongis wurde ausgewählt, zweifellos wegen seiner Geste, die Hände in das Blut seiner Gefährten zu tauchen und dabei Rache zu schwören.