Der Pastor
Clément Le Cossec wird am 20. Februar 1921 in Treffiagat im Finistére geboren. Sein Vater ist damals Wärter des Leuchtturms von La Jument, in der Nähe der Insel Ouessant.
Während er ein Ingenieurdiplom an der Hochschule für Brücken-und Straßenbau vorbereitet, antwortet er 1939 auf eine Berufung zum Pfarrdienst. Er belegt mehrere Kurse in Theologie, darunter Fernkurse der „Bible School and Missionary Association“ und wird Pastor der Pfingstgemeinde.
Von 1944 bis 1952 überlebt die Pfingstgemeinde in der Bretagne nur in einigen isolierten Familien. Sie werden gelegentlich im Sommer von vorbeireisenden Pastoren versammelt. Die ersten Kontakte von Pastor Clément Le Cossec mit den Zigeunern ergeben sich 1947 in Nordfrankreich, als er Pastor in Lille ist.
1950 lässt er sich in Rennes nieder und koordiniert das Auftauchen von Werken der entstehenden Pfingstgemeinden in den Städten der Bretagne.
Wasso Ferret, genannt Balo, der erste Generalsekretär der evangelischen Zigeunermission, erzählt von seiner Tätigkeit: „ Im Jahre 1950 wird eine Folge von Ereignissen die Welt der sogenannten Zigeuner, Bohemiens, Romanichels erschüttern (…). Pastor Clément Le Cossec ist damals Pastor einer Pfingstgemeinde in Lille. Ein junger Zigeuner bittet ihn, für seine Mutter zu beten, die im Sterben liegt. Er begibt sich an das Krankenlager, betet, und die Kranke wird wieder völlig gesund. 1951 wird auch ein junger, sterbenskranker Mann in Lisieux geheilt. Andere Kranke, die mit Pastor Clément Le Cossec an den Gebetskreisen teilnehmen, erleben den lebendigen Christus, der ihnen zur Seite steht, und werden ebenfalls geheilt. Das ist eine sensationelle Entdeckung, die Hunderte, Tausende Zigeuner weitererzählen und sich daraufhin zum Evangelium bekehren. Unter ihnen sind Personen aus allen sozialen Schichten und allen Lebensbereichen, die verwandelt werden und deren Charakter sich durch das Evangelium verändert. Mandz ist der erste Prediger der Zigeunermission. Er übt seinen Dienst (…) mitten in der Gemeinschaft der Zigeuner aus.
Ab 1950 widmet sich Clément Le Cossec der Zigeunermission
Ab 1951 kommt er einen Montag im Monat die Gruppe in Brest besuchen, die sich den Rest der Zeit an verschiedenen privaten Orten trifft. „Einer dieser Orte ist in der gemeinsamen Erinnerung der Kirche von Brest und der evangelischen Zigeunerbewegung „Leben und Licht‘“ haften geblieben. Der „Keller von Bourdoulous“ im Vorort Saint-Marc wird der Raum für die Erweckungsbewegung im Volk der Zigeuner.
Pastor Clément Le Cossec feiert in Brest die ersten Zigeunertaufen. Und trotz des heftigen Widerstandes des Stadtrats nehmen über tausend Zigeuner am November 1954 an einem ersten Treffen teil: eine Reihe von zwanzig Taufen wird am Strand de Weißen Mühle im Viertel Saint-Marc zelebriert.
Die Erweckungsbewegung der Zigeuner
Pastor Clément Le Cossec gibt die Verantwortung für seine Kirche in Rennes auf, um sich auf die Straßen zu begeben, und wird zum „ Apostel der Zigeuner“. Er bildet die ersten Zigeuner als Prediger aus, und schnell verbreitet sich die Erweckungsbewegung in anderen Gegenden Frankreichs.: die Zigeuner wenden sich in ganzen Familienverbänden zu Jesus Christus als dem Heiland.
Das berichtet Pastor René Zanellato, Gedächtnis der Geschichte des Protestantismus der Zigeuner in einem Dokument mit dem Titel: Geburt des Zigeuner-Protestantismus“
Die Erweckungsbewegung im Herzen der Zigeuner-Gemeinschaft gewinnt sehr schnell an Bedeutung und Le Cossec widmet sich bald ausschließlich der Entwicklung der Zigeunerbewegung, die sich verselbstständigt, und sich bald von den seßhaften Pfingstgemeinden unterscheidet.
Clément Le Cossec stirbt am 22. Juli 2001 in Mans im Alter von 80 Jahren.