Ab 1695 findet man an der Spitze der Partisanentruppen Anführer, die erfahrene Krieger sind, wie Gédéon Laporte, Pierre Laporte, Catinat, Jouany und Ravanel; Propheten wie Séguier, Mazel und Marion; oder beides zugleich, wie Cavalier.
Als improvisierte Heerführer mit nur geringer militärischer Erfahrung führen sie die Angriffe gegen die königlichen Truppen unter dem Einfluss dessen, was sie als „den Heiligen Geist“ bezeichnen, oder geleitet durch die Ermahnungen eines Propheten.
„Keine einheitliche Armee und kein oberster Anführer; jede Region hat ihre eigenen Führer, ihre ständigen Kader und ihre gelegentlichen Soldaten. Die erste Truppe, jene, die den Feldzug gegen den Abt du Chaila unternahm, wurde zunächst von Gédéon Laporte befehligt, nach seinem Tod dann von Salomon Couderc; ihr großer Prophet war Abraham Mazel, und ihr Operationsgebiet war das Land zwischen dem Bougès und dem Mont Lozère. Weiter östlich hatte sich in der Gegend von Génolhac die Gruppe Jouanys gebildet, die sich bald derjenigen Coudercs anschloss. Das Massiv des Aigoual und das Tal Vallée Borgne befanden sich in den Händen eines ehemaligen Försters des Aigoual: Henri Castanet. Pierre Laporte, genannt Rolland, führte die Kamisarden der Unteren Cevennen von Lasalle bis Mialet. Schließlich beherrschte Cavalier die Ebene; dieser ging in diesem Prinzip der ‚Regionalisierung‘ sogar noch weiter, indem er seine Männer je nach Herkunftsort in Brigaden aufteilte. Dieses Schema war keineswegs starr: Zwei Truppen vereinigten sich, um gemeinsam eine Operation durchzuführen, das Kampfgebiet wechselte, und einzelne Männer wechselten von einer Gruppe zur anderen. Diese Flexibilität und das Fehlen einer Hierarchie machten lange Zeit die Stärke der Kamisarden aus.“
La Légende des camisards, P. Joutard, S. 42
Während Esprit Séguier und Gédéon Laporte in den ersten Kriegsmonaten den Tod fanden und Rolland etwas später, durchquerten Marion und Mazel die gesamte Zeit des Aufstands, gingen ins Exil und bezahlten ihre Rückkehr mit ihrem Leben. Cavalier hingegen lernte andere Länder und andere Aufgaben kennen und starb erst im Jahr 1740.