Ohne Glockenturm
Evangelikale Kirchen haben keinen Glockenturm, wie z. B. die Baptistenkirche in Antony, die Kirche in der Rue de la Roquette in Paris oder die Christuskirche in Paris.
Unter den anderen protestantischen Kirchen ohne Glockenturm findet man Gebäude, die von Anfang an für den Gottesdienst bestimmt waren, wie die protestantischen Kirchen in Le Mans (1900) und in Caen (1959), oder auch Gebäude oder Säle, die ursprünglich nicht für den Gottesdienst bestimmt waren, wie die Kirchen in Bar-le-Duc (1862) und in Toulouse, eine ehemalige königliche Schatzkammer, die 1911 in eine protestantische Kirche umgewandelt wurde.
Große Glockentürme
Oft findet man große Glockentürme, insbesondere bei folgenden protestantischen Kirchen: in Sainte-Marie-aux-Mines (17.-18. Jh.); in Lille (1871); in Guebwiller (1824); in Kirrberg (19. Jh.); in Macon (1967); in Saint-Quentin (1923); und auch bei ehemaligen katholische Kirchen, die zu protestantischen Kirchen umgewandelt wurden, wie der Kirche von Collorgues und der von Orange (16. Jh.).
Kleine Glockentürme
Viele protestantische Kirchen haben einen kleinen Glockenturm, z. B. die Kirche von Echery (15.-16. Jh.) und die Kirche von Le Havre (1857 erbaut, 1940 bombardiert und 1953 saniert).
Der Kirche Saint-Esprit in Paris ist ein Sonderfall: Sie wurde zunächst ohne Glockenturm errichtet, der heutige Glockenturm wurde erst später hinzugefügt.
Mauer-Glockentürme, auch Kamm-Glockentürme genannt
Solche Glockentürme findet man in ganz Frankreich: bei der protestantischen Kirche von Cherbourg (1964), der Kirche von Issy-les-Moulineaux (1939), in Taizé (1939) und besonders im Süden Frankreichs: in den Kirchen von Saint-Affrique (1802), Uzès, und Collet-de-Dèze.
Glockentürme ohne Glocken
Auf einigen Bildern fällt auf, dass die Glocke im Glockenturm fehlt. Dies ist bei folgenden Kirchen der Fall: bei den protestantischen Kirchen von Annemasse (1893), von Orange (XVIe siècle), von Dinard (1914) et bei der Kirche Les Billettes in Paris.
Manchmal wurde die Glocke statt im Glockenturm auf dem Glockenturm angebracht. So bei der Kirche von Collorgues, einer katholischen Kirche aus dem 15. Jahrhundert, die Anfang des 19. Jahrhunderts zu einer protestantischen Kirche wurde, und bei der Kirche von Nages, einer ehemaligen romanischen Kirche, die im 19. Jahrhundert protestantisch wurde.
Das Glockenläuten
Glocken sind grundsätzlich dazu bestimmt, die Gläubigen zum Gottesdienst zu rufen.
Laut dem Gesetz der Trennung von Kirche und Staat aus dem Jahr 1905 ist der Bürgermeister für die Regelung des Glockenläutens zuständig.
Tatsächlich ist die Verwendung von Glocken bei den Protestanten eher selten, wie die Kirchen ohne Glockenturm oder die Kirchtürme ohne Glocken belegen.